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Portrait: Senyora Bar-David

Das Portrait einer Filmemacherin ist mittlerweile fester Bestandteil der Oldenburger Filmtage. Nach Pratibha Parmar, Jano Williams & Kim Longinotto, Trinh T. Minh-ha ist es dieses Jahr Senyora Bar-David gewidmet.
Wir freuen uns besonders, daß Senyora Bar-David während der gesamten Filmtage zu Gast sein wird.

Autobiographie Senyora Bar-David

Ich wurde am 8 März 1963 (Internationaler Frauentag) in Jaffa geboren. Mein Vater kommt aus Istanbul (Türkei) und meine Mutter kommt aus Plovdiv (Bulgarien). Zu der Zeit war Jaffa hauptsächlich von MigrantInnen bewohnt, die aus den Balkanstaaten, und aus nordafrikanischen Ländern (Marokko, Algerien, Tunesien) kamen und von vielen Arabern, die schon immer dort lebten.

Einige Jahre später zog meine Familie in ein neues Viertel, das für die Leute aus den Armenvierteln von Jaffa neu gebaut wurde. Dort entstanden Wohnungen, um die Leute aus Jaffa raus zu bekommen. Es war eine Art geplante Evakuierung, da man vorhatte, die alten Häuser in Jaffa verkommen zu lassen - die arabischen Häuser versteht sich.

Ein Teil meiner Ausbildung / Schullaufbahn fand im Rahmen eines Integrationsprogrammes statt, das darauf angelegt war, Kinder aus diesen Gebieten im Süden Tel Avivs mit Kindern aus dem Norden, denen es im allgemeinen besser ging, zusammen zu bringen. Es war und ist bis heute sehr schmerzhaft zu sehen, daß die Kinder aus dem Süden aufgrund kultureller und finanzieller Unterschiede allen möglichen Formen von Diskriminierung ausgesetzt sind. Die Tatsache, daß die meisten Kinder die im Süden lebten das waren , was wir heute orientalische Juden nennen (z.B. aus moslemischen Ländern) und die Tatsache, daß die Kinder aus dem Norden urspründlich aus Osteuropa kamen machte die Sache noch komplizierter.

Ich hab all das überlebt, beendete die High School und leistete meinen Militärdienst. Ich arbeitete dort zwei Jahre für die Militärpolizei und war damit beschäftigt alle möglichen Verbrechen von Soldaten zu untersuchen (1981-83).

Ich war zwanzig als ich meinen Militärdienst beendete und ein Jahr später ging ich an die Universität von Tel Aviv, um Film (und Fernsehen) zu studieren und direkt im Anschluß begann ich als Redaktionsassistentin beim israelischen Fernsehsender Channel 1. Ich fing ziemlich schnell an, selbst als Cutterin zu arbeiten, und begann unabhängig mit meinem Kollegen (und Ehemann) David Benchetrit Filme zu drehen.

Seitdem arbeiten wir als selbständige RegisseurIn und ProduzentIn und machen hauptsächlich Filme mit sozialen Themen.

Filmographie:

The South - Alice Never Lived Here, 1998, Regie, Redaktion und Co-Produktion
Samir, 1997, Redaktion und Drehbuch
Wadi Salib95, 1995, Regie und Redaktion
Akko - Dreams Between The Walls, 1995, Regie und Redaktion
Born on the 13th of September, 1994, Regie, Redaktion & Co-Produktion
Akedia, 1994, Redaktion
Through The Veil Of Exile, 1992, Redaktion & Co-Produktion
Regieassistenz & Redaktion bei verschiedenen Produktionen für das israelische Fernsehen von 1987-95.
Senyora Bar-David und David Benchetrit gründeten gemeinsam die Produktionsfirma Akedia Productions Ltd, für die alle oben genannten Filme entstanden.

„Juden und Araber -wir sind gleichermaßen einer starken Ablehnung ausgesetzt; die BewohnerInnen des Nordens von Tel Aviv - vor allem Ashkenasim, die aus Osteuropa stammenden Juden schauen auf uns herab. Wir werden wegen unserer „sozialen Unterlegenheit” (orientalische Juden und Araber) und unseres wirtschaftlichen Status’ diskriminiert. Wie „Alice im Wunderland” ließ ich mich von den Wellen der Phantasie zu anderen Welten hinweg tragen, Welten, die ich geschaffen hatte und die mir Kraft gaben, mit dem Verfall meiner Kindheit und Jugend fertig zu werden. (...)“
Senyora Bar-David

Es gibt vier Veranstaltungen mit Senyora Bar-David:

Samir
20.11.99, 16 Uhr, Cadillac Gartensaal
The South - Alice Never Lived Here
20.11.99, 20 Uhr, Cadillac
Akko - Dreams Between The Walls & Wadi Salib '95
21.11.99, 16 Uhr, Cadillac
Through The Veil Of Exile
24.11.99, 19 Uhr, Cadillac